Botho Karger - Lyrik - Theater - Musik

Kein Wort im Gedicht lebt, trägt und wirkt, wenn es nicht wirklich entstanden ist. Das Wesentliche ist oft roh, unbeholfen, holprig, suchend, improvisiert, im Werden, offen... Ein Prozesshaftes, dessen Wirkung, Kraft, Lebendigkeit verblassen, sobald die Sprache zu sehr nach ihm greift.

Die Wortfindung im Gedicht entzieht sich Willen und Kontrolle. Nicht ich schreibe, sondern es schreibt in mir. Der Körper wird durchlässig, sucht die Fährte, spürt auf, lässt sich in Bann ziehen, gibt sich anheim dem inneren Land ohne Schutz, das vor der Entstehung des Wortes liegt: dem zufälligen Ereignis, der plötzlichen Berührung, Stimmung, Ahnung, Befindlichkeit, dem Getroffen sein von etwas, dem abgründigen Bild, der alptraumhaften Wahrnehmung und vieles mehr... Somit wird Schreiben zum körperlichen Akt.

Das Gedicht macht dicht, verdichtet dieses Erleben zum ästhetischen Produkt. Eine Sprachmusik entsteht, die nicht wesentlich getragen ist vom Inhalt, sondern vom ästhetischen Gesetz der Sprache, dem spielerischen Tanz von Silbe und Klang, der Stimmführung im Satzbau, die die Substanz des Abzubildenden in überraschende Formen gießt, eigene Dynamik entfaltet und ihm Wert und Wirkung verleiht. Das Gedicht weiß mehr als ich - und kann mehr.

Regieassistenz bzw. Musikkonzeption, Musik bzw. Darstellung in folgenden Produktionen:

Theater Marameo:

Goldoni: „Diener zweier Herren“
Edmond Rostand: „Cyrano de Bergerac“
Shakespeare: „Romeo und Julia“
Kleist: „Prinz von Homburg“
Schwarz: „Der Drache“

Freie Theatergruppe Poetenpack:

Dario Fo: “Offene Zweierbeziehung“
Mary Jones: “Steine in den Taschen“
Morgenstern: “Elementarphantasien“
Ringelnatz: “Die Schnupftabakdose“
Edgar Alan Poe: “Das verräterische Herz“
Shakespeare: “Komödie der Irrungen“, “Zwei Herren in Verona“, “Der widerspenstigen Zähmung“, “Viel Lärm um Nichts“, “Sommernachtstraum“

Berliner Festspiele, Preußen-Schau:

Höhenflug: “Ein Trümmerscherzo“

Theaterhaus Stuttgart:

Hölderlin: “Diß ist die Zeit der Könige nicht mehr“

Sommertheater Laxenburg:

Karl Valentin: “Die Raubritter von München“
Dario Fo: “Bezahlt wird nicht“

Akademie- und Burgtheater Wien:

Brecht: “Dreigroschenoper“
Sternheim: “Der Kandidat“
Ferdinand Raimund: “Das Mädchen aus der Feenwelt“
Wedekind: “Franziska“

Landestheater Tübingen:

Brecht: “Mann ist Mann“
Zimmertheater Tübingen:
Arabal: “Der Autofriedhof“
Kipphard: “Kaiser Franz“
Shakespeare: “Macbeth“
Konrad Bayer: “Kasperl am elektrischen Stuhl“
Thomas Brasch: “Argentinische Nacht“
Eurypides: “Medea“

Sender Freies Berlin TV / Film:

„Der Wanderer und sein Schatten“
- ein Film über Friedrich Nietzsche
Regie: Jan Franksen

„Im Herbst kein Lied“
Regie: Karsten Prühl

Botho Karger Trommelzentrum Berlin

Invalidenstr. 117
10115 Berlin

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